„Wann weiß man, dass eine ENTSCHEIDUNG und der ZEITPUNKT richtig sind?“

Als Personalberaterin ist es meine Aufgabe meinen Mandanten und Kandidaten mit aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme zuzuhören. Dabei erspüre und analysiere ich die Wünsche, Bedürfnisse, Potenziale, Qualitäten, Anforderungen und Chancen. Ich bekomme ein Gefühl für die einzelnen Persönlichkeiten und kann dadurch entsprechende Empfehlungen aussprechen. Ich biete mich an, den schwierigen Prozess der Entscheidung zu begleiten. Und auch manchmal dem ein oder anderen die Augen für eine gebotene Chance öffnen. Den Schritt muss dann letztendlich jeder selbst wagen.

In all den Jahren durfte ich die verschiedensten Menschentypen und somit auch Entscheidungstypen kennenlernen.

– Diejenigen, die voller Selbstvertrauen, Leidenschaft und Risikobereitschaft die Entscheidung für den nächsten Arbeitgeber sehr intuitiv und emotional treffen. Effizientes Entscheiden und Weiterentwicklung steht bei diesem Entscheidungstyp im Vordergrund.

– Diejenigen, die ebenfalls intuitiv entscheiden und sich zusätzlich mit bewährten Methoden abstützen, sowie ihre Entscheidungsfindung mit ihrer Erfahrung abwägen und in Gesprächen mit Fachleuten absichern.

– Dann gibt es die Menschen, die die Alternativen lange abwägen, lange eine gewisse Unsicherheit haben und versuchen eine Entscheidung rational zu treffen und diese mit Informationen abzusichern versuchen.

– Die sehr rationalen Entscheider* informieren sich ausgiebig, führen Gespräche, wägen ab und versuchen am Ende eine logisch erklärbare Entscheidung zu treffen.

Was die intuitiven Entscheider* dabei meistens richtig machen ist, sie achten auf ihr Bauchgefühl.
Das Bauchgefühl ist bei komplexen Entscheidungen, wie bei einem Stellenwechsel ein sehr wichtiger Faktor. Das Bewusstsein ist mit komplexen Entscheidungen überfordert, wobei das Unterbewusstsein komplexe Sachverhalte vielschichtiger erfasst und mit einem entsprechenden „Bauchgefühl“ an uns meldet.

Wenn das Bauchgefühl stimmig ist, dann ist es ratsam die Entscheidung mit bewährten Methoden abzusichern, um auch das Bewusstsein mit „an Bord“ zu holen.

Meistens sind die Entscheidungen, bei denen auch das Bauchgefühl stimmig ist die Besten. Die Voraussetzung ist selbstverständlich, dass der Entscheider* das notwendige Wissen besitzt. Im Falle eines Stellenwechsels bedeutet dies: Marktkenntnis, Perspektiven, Informationen über den neuen Arbeitgeber, das Bewusstsein über die eigenen Talente, Kompetenzen und somit den eigenen Wert.

Hier kommen wir als Personalberater* zum Einsatz.

Manchmal muss man das nötige Feingefühl haben, um zu erkennen, ob ein Kandidat lediglich aus Angst seine Komfortzone verlassen zu müssen eine Entscheidung gegen einen Stellenwechsel fällt oder aber weil er sich seiner eigenen Kompetenzen und „Superkräfte“ selbst nicht bewusst ist. Und manchmal gibt es Tage, an denen ich ein NEIN eines Kandidaten nicht akzeptieren kann. Ich fühle mich berufen, diesem Menschen aufzuzeigen, dass ein Verbleib in der Komfortzone bedeutet, eine Chance zu verpassen, die es so nicht oft im Leben gibt. Und dann gibt es die Tage, an denen man miterlebt, wie ein Kandidat aufgrund eines Schicksalsschlages bitter erkennen muss, dass er keine Zeit mehr für den nächsten Karriereschritt hat. Beide Fälle habe ich heute an einem Tag erlebt. Solche Fälle zeigen mir immer wieder auf, wie wichtig es ist den richtigen Zeitpunkt zu erkennen und dann den Sprung zu wagen.

Wann weiß man, dass der Zeitpunkt der Richtige für eine Entscheidung ist?

Wie viel Lebenszeit man zur Verfügung hat kann einem natürlich niemand sagen.

Jedoch sollte die Zeit, die man zur Verfügung hat eine möglichst glückliche Zeit sein, in der man sich selbst verwirklichen und sein Potenzial entfalten kann. Die eigene Größe entdeckt und herausfindet, wozu man alles in der Lage ist. Das bedeutet, wenn man sich täglich über gewisse Dinge, Menschen, Situationen ärgert, keine Perspektiven für sich sieht, wenn sich also etwas nicht gut anfühlt, sollte man eine Entscheidung für SICH treffen und dafür sorgen, dass sich wieder eine Zufriedenheit einstellt.

Jeder Mensch ist selbst verantwortlich für sein Glück. Wichtig ist dabei, dass man sich überhaupt entscheidet und nicht aus Angst seine Komfortzone zu verlassen oder aus Selbstzweifel im Nichtentscheiden hängen bleibt.

Letztendlich muss den Absprung jeder selbst wagen. Wir als Personalberater* können nur den Anstoß geben von wo, wohin und wann man abspringen sollte.

Billur Münker
Managing Consultant