Es gibt sie noch, die positiven Nachrichten aus der Automobilindustrie. In rund einem Monat, am 04. November, startet Volkswagen in Zwickau mit der Produktion des ersten reinen Elektroautos ID.3.

„Wir brauchen die deutsche Autoindustrie als Partner, um die Verkehrswende hinzubekommen, technischen Fortschritt zu erzielen, Arbeitsplätze zu erhalten und unsere Lebensqualität zu verbessern. Die Herausforderungen sind so komplex, dass sie nur gemeinsam von Industrie, Politik und der Gesellschaft gemeistert werden können. Dazu benötigen wir eine neue Aufbruchstimmung in der Automobilindustrie“, sagt Michael Zondler, Geschäftsführer des Stuttgarter Beratungsunternehmens CENTOMO.

Zondler hält die VW Produktion am Standort Zwickau aus verschiedenen Gründen für vorbildlich. Zwickau sei die viertgrößte Stadt in Sachsen. VW setze hier ein Zeichen. „Viele Bürger in den jungen Bundesländern haben Angst vor Deindustrialisierung und Jobverlust. Das VW-Werk in Zwickau zeigt, dass Klimaschutz, Innovation und gute Jobs kein Gegensatz sind – auch nicht in den neuen Ländern“, so Zondler.

E-Mobilität hat eine Zukunft, wenn sie alltagstauglich ist. Hier spielen die Reichweite der Fahrzeuge und vor allem auch der Preis sowie die Ladeinfrastruktur eine wesentliche Rolle. Auf der IAA konnte der ID.3 kürzlich bestaunt werden. Ab Mitte nächsten Jahres soll er zu Preisen ab ca. 30.000 Euro in den Verkauf gehen.

Dass Elektromobilität beim Konsumenten ankommt, hat Tesla bereits eindrucksvoll bewiesen. Aktuell ist das Model3 das meistverkaufte Fahrzeug unserer Caravaning-freudigen Nachbarn – in den Niederlanden.

Das sollte auch die Manager und Beschäftigten von VW überzeugen, dass sie auf dem richtigen Weg mit dem ID.3 sind. VW selbst spricht von der größten Qualifizierungsoffensive in der Geschichte des Unternehmens. Fast alle Mitarbeiter am Standort Zwickau – insgesamt rund 7.700 – erhalten Schulungen und Weiterbildungen, damit in naher Zukunft die ersten rein elektrischen Fahrzeuge vom Band laufen können.

„Ohne Frage wird der Umstieg auf die Elektromobilität Jobs in der Autoindustrie kosten, aber auch neue entstehen lassen“, meint Zondler.

Technischer Wandel und Innovationen lassen sich mittel- und langfristig nicht durch staatliche Vorgaben aufhalten. Die Arbeitsplätze ließen sich aber auch nicht sichern, wenn Deutschland eine Insellösung wählen und weiterhin auf herkömmliche Antriebssysteme setzen würde. Qualifizierung und Weiterbildung bekommen einen entscheidenden Stellenwert bei der Sicherung von sauberen, sicheren und gut bezahlten Jobs in der Autoindustrie.