WAS PASSIERT EIGENTLICH , WENN MILLIONEN ARBEITSPLÄTZE SCHRITTWEISE VON KI UND ROBOTERN ÜBERNOMMEN WERDEN?
Heute ist die Logik relativ simpel: Ein Unternehmen beschäftigt einen Menschen und zahlt Gehalt, Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Unfallversicherung und gegebenenfalls weitere lohnbezogene Abgaben. Der Beschäftigte zahlt Einkommensteuer und Arbeitnehmerbeiträge. In Deutschland entfallen mehr als zwei Drittel der gesamten Steuer- und Abgabenbelastung auf Arbeit auf Sozialabgaben. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen diese grundsätzlich gemeinsam.
ERSETZT DASSELBE UNTERNEHMEN DEN MENSCHEN DURCH OPTIMUS, ATLAS & CO.,PASSIERT ETWAS ANDERES:
– Der Roboter erhält keinen Lohn.
– Er zahlt keine Einkommensteuer.
– Für ihn fallen keine Renten-, Kranken-, Pflegeoder Arbeitslosenversicherungsbeiträge an.
– Er kennt weder Urlaub noch Krankheit, Kündigungsschutz oder Arbeitszeitgesetz.
– Seine Anschaffungskosten können grundsätzlich betrieblich abgeschrieben werden.
– Besteuert wird lediglich der zusätzliche Unternehmensgewinn; sofern er überhaupt in Deutschland anfällt und nicht durch Investitionen, Abschreibungen oder internationale Strukturen reduziert wird.
Der Roboter zahlt also nichts. Sein Eigentümer zahlt aber weiterhin Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und gegebenenfalls Umsatzsteuer. Nur: Das kompensiert die wegfallenden lohnbezogenen Einnahmen nicht automatisch. Warum eine klassische „Robotersteuer“ problematisch wäre.
Die intuitive Lösung lautet: Für jeden eingesetzten Roboter wird eine Art Sozialversicherungsbeitrag erhoben. Das klingt gerecht, ist aber praktisch kaum sauber umsetzbar.
WAS IST EIN ROBOTER?
EIN HUMANOIDER OPTIMUS? EIN SCHWEISSARM?
EIN SELBSTFAHRENDES LAGERFAHRZEUG?
EINE KI, DIE ZEHN SACHBEARBEITER ERSETZT?
EINE EXCEL-AUTOMATISIERUNG?
Zudem würde eine hohe Robotersteuer ausgerechnet Unternehmen bestrafen, die in Produktivität investieren. Unternehmen könnten Produktion und Technologieentwicklung in Länder ohne entsprechende Abgabe verlagern.
Auch die OECD warnt davor, dass eine isolierte Robotersteuer Innovation, Automatisierung und internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen kann.
Nicht die Maschine sollte besteuert werden. Entscheidend ist die Wertschöpfung, die durch sie entsteht.
EIN TRAGFÄHIGES MODELL:
WERTSCHÖPFUNG STATT ARBEITSPLÄTZE BESTEUERN.
Politisch sinnvoll wäre eine schrittweise Verlagerung:
1. Eine breitere Finanzierungsbasis für die Sozialversicherung
Die Sozialversicherung dürfte langfristig nicht mehr fast ausschließlich an menschlichen Löhnen hängen.
Unternehmen könnten zusätzlich einen moderaten Wertschöpfungsbeitrag zahlen. Die Bemessungsgrundlage könnte sich beispielsweise zusammensetzen aus: Lohnsumme + Unternehmensgewinn + bestimmten Abschreibungen + Finanzierungskosten.
Damit würde ein arbeitsintensiver Betrieb nicht mehr relativ stärker belastet als ein hochautomatisierter Betrieb mit ähnlicher Wertschöpfung.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Obwohl beide wirtschaftlich gleich viel leisten, trägt Unternehmen A deutlich mehr zur Finanzierung des Sozialstaats bei.
Ein Wertschöpfungsbeitrag würde diese Verzerrung reduzieren.
2. Lohnnebenkosten senken + Kapital- und Gewinnbesteuerung verbreitern
Deutschland macht menschliche Arbeit vergleichsweise teuer. Das ist in einer Automatisierungswelle kontraproduktiv: Der Staat verteuert den Menschen und macht die Maschine zusätzlich steuerlich attraktiv.
Deshalb müsste man niedrige und mittlere Arbeitseinkommen von Sozialabgaben entlasten und die Gegenfinanzierung stärker über Unternehmensgewinne, Kapitalerträge, Konsum oder allgemeine Steuermittel organisieren. Auch die OECD sieht in einer effektiveren Besteuerung von Kapitaleinkommen grundsätzlich Spielraum, um die Belastung von Arbeit zu reduzieren.
Das wäre keine Bestrafung der Technik, sondern eine steuerliche Neutralität zwischen menschlicher und maschineller Arbeit.
3. Automatisierungsdividende für Qualifizierung
Unternehmen, die durch Automatisierung erhebliche Personalkosten einsparen, könnten einen kleinen Teil der realisierten Einsparungen in einen Transformationsfonds einzahlen.
Dieser finanziert:
Die entscheidende Frage lautet, ob Menschen schnell genug in neue Tätigkeiten wechseln können. Die OECD geht davon aus, dass Automatisierung einerseits Arbeit verdrängen, andererseits neue Aufgaben rund um Entwicklung, Training, Wartung und Nutzung von KI schaffen kann.
4. Beteiligung der Arbeitnehmer an Produktivitätsgewinnen
Wenn ein Unternehmen dank Robotik mit einem Zehntel der Belegschaft doppelt so viel produziert, sollten die Produktivitätsgewinne nicht ausschließlich bei Eigentümern und Technologieanbietern landen.
Denkbar wären:
Dann würde aus der Automatisierung nicht nur ein Rationalisierungsprojekt, sondern ein gesellschaftliches Wohlstandsprojekt.
Die 4-Tage-Woche wäre dann nicht Ursache mangelnder Wettbewerbsfähigkeit, sondern möglicherweise das Ergebnis gestiegener Produktivität. Allerdings nur, wenn die Wertschöpfungsgewinne tatsächlich verteilt werden.
5. Neue Regeln für Haftung und Versicherung
Ein Roboter benötigt keine Krankenversicherung. Sehr wohl braucht sein Betreiber jedoch:
Nicht der Roboter sollte rechtlich zur „Person“ erklärt werden. Verantwortlich bleiben Hersteller, Betreiber, Softwareanbieter und gegebenenfalls der menschliche Verantwortliche.
ARBEITSMARKTPOLITISCH BRAUCHT ES DEUTLICH MEHR EHRLICHKEIT.
Politik sagt häufig:
„Technologie vernichtet keine Arbeitsplätze, sie schafft neue.“
Das ist nur die halbe Wahrheit.
Technologie kann neue Jobs schaffen, ABER nicht zwingend für dieselben Menschen, am selben Ort, zum selben Zeitpunkt oder mit demselben Gehalt. Fortschritte bei KI und Robotik ermöglichen inzwischen auch die Automatisierung anspruchsvollerer kognitiver Aufgaben; zugleich bleiben viele hochqualifizierte Tätigkeiten wegen sozialer, kreativer und komplexer Fähigkeiten schwerer automatisierbar.
Eine Produktionsmitarbeiterin wird nicht automatisch Robotik-Ingenieurin. Ein Sachbearbeiter wird nicht automatisch KIArchitekt. Genau in dieser Übergangsphase entstehen soziale Spannungen.
Deshalb braucht Deutschland neben Qualifizierung auch:
UNSERE KLARE EMPFEHLUNG
Wir würden keine platte Robotersteuer einführen. Die wäre bürokratisch, innovationsfeindlich und leicht zu umgehen. Wir plädieren stattdessen für ein Vier-Säulen- Modell:
Der gesellschaftliche Deal müsste lauten:
„Wer durch Maschinen mehr Wertschöpfung mit weniger menschlicher Arbeit erzielt, darf davon erheblich profitieren, muss aber weiterhin angemessen zur Finanzierung der Gesellschaft beitragen, in der diese Wertschöpfung möglich ist.“
Sonst entsteht die denkbar ungünstigste Kombination: Unternehmen privatisieren die Automatisierungsgewinne, während der Staat Arbeitslosigkeit, Qualifizierung, Renten und gesellschaftliche Folgen finanziert.
Dann wären die Roboter tatsächlich die cleversten Arbeitnehmer Deutschlands: 24 Stunden im Einsatz, niemals krank und steuerlich unsichtbar.
Transparent zu arbeiten, sich dem Wettbewerb stellen, Höchstleistungen abzurufen, die Balance zu finden und mit Spaß bei der Sache zu sein.
Wir machen unseren Job mit viel Leidenschaft.
Wir sind zielstrebig und engagiert -
dabei niemals verbissen.